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Hilfen für hochgradig Sehschwache und Gehörlose

Leistungsbeschreibung

Hilfe für hochgradig Sehbehinderte/ Blindengeld:

Hochgradig sehbehindert sind Personen, die mindestens 16 Jahre alt sind und deren besseres Auge mit Gläserkorrektion, ohne optische Hilfsmittel, eine Sehschärfe von nicht mehr als 5 % oder eine gleichwertige Einschränkung aufweist.  Für die Beurteilung der Sehbehinderung ist die korrigierte Sehschärfe (Prüfung mit Gläsern) maßgebend; daneben sind u.a. Ausfälle des Gesichtsfeldes zu berücksichtigen. Als Blinde gelten Personen, deren Sehschärfe auf dem besseren Auge nicht mehr als 2 % beträgt oder bei denen anderweitige gleichgewichtige Störungen des Sehvermögens ( z.B. Gesichtsfeldeinschränkungen) vorliegen.

 

Hilfe für Gehörlose:                                                                                                                 

Maßgebend für die Bewertung der Hörstörung ist die Herabsetzung des Sprachgehörs, deren Umfang durch Prüfung, ohne Hörhilfen, zu bestimmen ist. Die Beurteilung der Hörstörung erfolgt mit Einverständnis des Antragstellers/ der Antragstellerin und soweit bereits die Feststellung dieser Gesundheitsstörung nach dem Schwerbehindertenrecht durch die Stadt-/ Kreisverwaltung erfolgt oder beantragt ist, anhand der dort vorliegenden Unterlagen.

 

Gebühren

Für die Beantragung und Bewilligung  -  keine (teilweise Gebühr für die Ausstellung der augenärztlichen Bescheinigung)

Benötigte Unterlagen

Als Nachweis der Sehbehinderung ist dem Antrag eine augenärztliche Bescheinigung mit aktuellem Befund beizufügen.

Als Nachweis der Blindheit ist eine augenärztliche Bescheinigung erforderlich, es sei denn, im Schwerbehindertenausweis ist bereits das Merkzeichen "B1" eingetragen.

Besonderheiten

Hochgradig Sehbehinderte erhalten auf Antrag zum Ausgleich der durch die Sehbehinderung bedingten Mehraufwendungen eine Hilfe von 77 € monatlich. Vorausgesetzt wird, dass der Sehbehinderte keine entsprechenden Leistungen nach sonstigen Vorschriften erhält und seinen gewöhnlichen Aufenthalt in NRW hat. Die Leistung wird unabhängig von Einkommen und Vermögen gezahlt. Sie wird bei anderen Sozialleistungen nicht als Einkommen angerechnet.

Blinde Erwachsene unter 60 Jahren erhalten in NRW ein Blindengeld von monatlich 614,99 €, Kinder und Jugendliche von 308,02 €. Die Leistung wird unabhängig von Einkommen und Vermögen gewährt.

Blinde über 60 Jahre erhalten ein Blindengeld in Höhe von 473 €. Diese Personen können, sofern ihr Einkommen und Vermögen bestimmte Grenzen nicht überschreitet, ergänzende Blindenhilfe nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) XII beantragen. Bei Blinden, die Leistungen bei häuslicher, teilstationärer Pflege und Kurzzeitpflege der Pflegekassen, der privaten Pflegeversicherungen oder nach beamtenrechtlichen Vorschriften erhalten, wird das Blindengeld gekürzt.

Bei blinden Heimbewohnern besteht eine Sonderregelung, nach der auch Blinde außerhalb von Westfalen-Lippe Blindengeld vom Landschaftsverband erhalten, wenn vor der Aufnahme in einer Einrichtung der gewöhnliche Aufenthalt in Westfalen -Lippe war.

Gehörlose Menschen mit angeborener oder bis zum 18. Lebensjahr erworbener Taubheit oder an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit erhalten auf Antrag zum Ausgleich der durch die Gehörlosigkeit bedingten Mehraufwendungen eine Hilfe von 77 € monatlich. Voraussetzung ist, dass der Gehörlose keine entsprechenden Leistungen nach sonstigen Vorschriften erhält und seinen gewöhnlichen Aufenthalt in NRW hat. Diese Leistung wird unabhängig von Einkommen und Vermögen gezahlt und bei anderen Sozialleistungen nicht als Einkommen berücksichtigt.

Beim Vorliegen der Voraussetzungen wird die Leistung ab dem 1. des Antragsmonats gewährt.

Rechtliche Grundlagen / Informationen

Gesetz über die Hilfe für Blinde und Gehörlose (GHBG)

Links zu weitergehenden (Fach-)informationen / Formularen / Broschüren