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22.03.2021

Corona-Ausbruch in Lage erfordert weitere Maßnahmen

Testungen laufen, Kreis Lippe stimmt weitere Maßnahmen mit dem Land NRW ab

Aufgrund des erhöhten Ausbruchsgeschehens in einer Baptistengemeinde in Lage informierten Bürgermeister Matthias Kalkreuter und Fachbereichsleiter Allgemeine Verwaltung, Ordnung, Frank Rayczik, über den aktuellen Sachstand und die weitere Vorgehensweise.

Am Wochenende hatten sich Vertreter des Krisenstabes des Kreises Lippe mit Bürgermeister Kalkreuter und Angehörigen der Lagenser Ordnungsbehörde über die weitere Verfahrensweise des Ende der vergangenen Woche aufgetretenen erhöhten Ausbruchs an COVID 19-Infektionen von Mitgliedern einer Lagenser Freikirche ausgetauscht. Alle über 1.000 Gemeindemitglieder stehen derzeit unter Quarantäne und verbleiben bis auf weiteres unter Quarantäne, auch wenn deren Testung negativ war.

Die Kirchengemeinde hatte am Wochenende zusammen mit dem Gesundheitsamt des Kreises Lippe alle Mitglieder der Glaubensvereinigung über die häusliche Quarantäne informiert, die im Einzelnen bedeutet, dass derzeit Schule, Kita und auch Arbeitsstellen nicht aufgesucht werden dürfen.

Am Wochenende wurden in einer ersten Charge 326 von insgesamt 1.100 Gemeindemitgliedern getestet. Stand Montagmittag waren 130 dieser 326 Personen positiv getestet worden. In Laufe der Woche erfolgt die Testung weiterer 800 Mitglieder der Freikirche. Derzeit ist der Inzidenzwert der Stadt Lage auf 355 angestiegen. Von einem weiteren erheblichen Anstieg ist auszugehen.

Der Hauptverwaltungsbeamte stellte im Gespräch noch einmal heraus, dass man rechtzeitig im Oktober des vergangenen Jahres auf alle Kirchengemeinden in Lage zugegangen war und dargelegt hatte, dass für jede Gemeinde ein Hygienekonzept für Präsenzgottesdienste zu erstellen war. Die kirchlichen Gemeinden in Lage hatten diesem Anliegen entsprochen. Seitens der Stadt Lage wurden die Hygienekonzepte dem Gesundheitsamt des Kreises Lippe zur weiteren fachlichen Überprüfung übermittelt und von dort nicht beanstandet. Parallel dazu führte die Stadt Lage an Sonntagen regelmäßig Kontrollen der Einhaltung der Hygienekonzepte in den Lagenser Kirchengemeinden durch. Allein in der Baptistengemeinde im Eschenweg fanden fünf Kontrollen statt, die keinen Anlass zur Beanstandung gegeben hatten.

„Gegenüber der Baptistengemeinde am Eschenweg habe ich am Wochenende ein Gottesdienstverbot bis Donnerstag vor Ostern ausgesprochen. Eine Wiederaufnahme von Präsenzgottesdiensten ist erst nach einer vollständigen Testung sämtlicher Gemeindemitglieder denkbar. In Bezug auf eine grundsätzliche Absage von Gottesdiensten ist die Coronaschutzverordnung NRW sehr zurückhaltend“, stellt Bürgermeister Matthias Kalkreuter heraus. Das ausgesprochene temporäre Verbot von Gottesdiensten wird der Baptistengemeinde in Form einer schriftlichen Ordnungsverfügung zugehen. Zuwiderhandlungen werden mit einem Zwangsgeld bis 10.000 Euro geahndet. Anrufe weiterer Kirchengemeinden in Lage, die die Verwaltung erreichten, ließen erkennen, dass weitere Gemeinden in Lage freiwillig bis auf weiteres auf Präsenzgottesdienste verzichten werden.

Der Kreis Lippe teilte der Stadt Lage mit, dass der Verwaltungsvorstand des Kreises sich am Montagvormittag auf weitere Maßnahmen verständigt hatte, die ein weiteres erhöhtes COVID 19-Ausbruchsgeschehen in Lippe verhindern sollen.

Die Vorschläge zu erweiterten Schutzmaßnahmen umfassen, die Kontakte im privaten und öffentlichen Raum zu reduzieren, und die Erweiterung der Maskenpflicht ist angedacht. Auch ist vorgesehen, die Auflagen für Präsenztreffen von Religionsgemeinschaften über die Coronaschutzverordnung hinaus zu verschärfen. Dazu zählt eine Regelung zur Quadratmeterzahl, sodass deutlich weniger Personen an Präsenzgottesdiensten teilnehmen. Zudem wird über Ausgangssperren und ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum diskutiert, diese beiden Maßnahmen sollen erst als Ultima Ratio greifen.

Die genannten Maßnahmen wird der Kreis Lippe zeitnah mit dem NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales abstimmen und in einer Allgemeinverfügung für den Kreis Lippe entsprechend umsetzen.

„Wir gehen davon aus, dass der private Raum ausschlaggebend für das Infektionsgeschehen in der Lagenser Baptistengemeinde gewesen ist. Ich appelliere, das Zusammensein in größeren Personengruppen dringend zu überdenken und appelliere auch an die Kirchgengemeinden, die Notwendigkeit von Präsenzgottesdiensten dringend zu überdenken“, so Bürgermeister Matthias Kalkreuter.

Fachbereichsleiter Frank Rayczik berichtete, dass sich das Ordnungsamt der Stadt Lage durch andere städtische Einheiten verstärkt habe, um die vom Gesundheitsamt des Kreises Lippe ausgesprochenen Quarantäneanordnungen stichprobenartig zu überprüfen.

Quelle: Stadt Lage - Der Bürgermeister - Öffentlichkeitsarbeit