Krisenmanagement

Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung

Die vergangenen Jahre - insbesondere seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine - haben gezeigt, dass in Deutschland Abhängigkeiten gegenüber anderen Staaten in der Energieversorgung bestehen. Das zeigte sich vor allem in den Wintermonaten 2024/2025. Eine zum damaligen Zeitpunkt zeitweise drohende Energiemangellage in unserem Land war Grundlage dafür, Vorsorge für einen möglichen Krisenfall zu treffen. 

Die Bundesregierung hatte einem drohenden Mangel durch zahlreiche Maßnahmen entgegengewirkt, so wurden unter anderem durch den Bau von LNG-Terminals alternative Möglichkeiten der Lieferung von Flüssiggas nach Deutschland geschaffen und auch eine Gaspreisbremse beschlossen, um die Bevölkerung finanziell zu entlasten. Die Energielage kann als wieder relativ stabil bewertet werden und die Versorgungssicherheit für Erdgas ist laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz aktuell gewährleistet.

Auch die vermehrt voranschreitende Klimaveränderung mit möglichen Extremwetterlagen, kann es erfordern, auf Krisenlagen vorbereitet zu sein. 

Schon im Winter 2024/25 appellierte die Stadt Lage an alle Bürgerinnen und Bürger, Vorsorge- und Einsparmaßnahmen für eine mögliche Energiemangellagen oder einen Krisenfall zu treffen. 

Um für den Krisenfall gerüstet zu sein und  im Vorfeld notwendige (Schutz)-Maßnahmen für die Bevölkerung zu definieren wurde auch in der Stadt Lage einen Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) gebildet. Diesem Gremium gehören neben der Verwaltungsleitung und weiteren zuständigen Bereichen der Verwaltung,  ein/e Vertreter/in der Polizei und der Feuerwehr an. Situationsbedingt können weitere ereignisspezifische Mitglieder, z. B. von Versorgungsunternehmen, hinzugezogen. Diese Beratungen des SAE-Gremiums erfolgen  in enger Verbindung/Abstimmung mit dem Kreis Lippe, dem die originäre Zuständigkeit für den Katastrophenschutz obliegt.    

Auch auf Kreisebene ist ein Konzept für die kommunale Aufstellung von Anlaufstellen für die Bevölkerung im Krisenfall erarbeitet worden. Daneben sensibilisieren der Kreis Lippe und die angehörigen Kommunen auf verschiedenen Ebenen Träger unterschiedlichster Einrichtungen zu Vorkehrungen für den Notfall.

Weitere Details sind einer lokalen Informationsbroschüre mit einem Leitfaden für den Krisen- und Katastrophenfall zu entnehmen.

Der Kreis Lippe stellt über seine Internetseiten »Im Krisenfall vorbereitet sein« zusätzliche Informationen für die Bevölkerung bereit.

"Leuchttürme" als Anlaufstelle im Krisenfall

Anlaufstellen für Notfälle während eines Blackouts sind sogenannte „Leuchttürme“. Diese werden errichtet, wenn ein länger anhaltendes, flächendeckendes Schadenereignis, wie ein Stromausfall, über mehrere Stunden hinweg auftritt.

Vor Ort wird hilfesuchenden Bürgern ermöglicht, dort Notrufe für Polizei und Rettungsdienste sowie für die Feuerwehr abzusetzen. Darüber hinaus werden Personen in jedem „Leuchtturm" vertreten sein, um Hilfe in schwierigen Situationen zu leisten und Fragen zu beantworten.

Für die Stadt Lage (Kernstadt und Ortsteile) sind folgende Gebäude als „Leuchttürme“ vorgesehen:

  • Schulzentrum Werreanger, Breite Str.3, Lage
  • Feuerwehrgerätehaus Hagen, Liemer Str. 25, Lage
  • Feuerwehrgerätehaus Hörste, Hörster Bruch 26, Lage
  • Feuerwehrgerätehaus Heiden, Clausewitzstr.13, Lage
  • Feuerwehrgerätehaus Kachtenhausen, Bielefelder Str.276, Lage
  • Feuerwehrgerätehaus Pottenhausen, Helpuper Str. 2, Lage

„Leuchttürme“ sind mit Notstrom ausgestattet. Sie dienen jedoch nur als Anlaufstelle im Notfall, es handelt sich nicht um einen Aufenthaltsort oder eine Notunterkunft. Eine längerfristige Betreuung findet dort nicht statt.

Weitere Informationen zur Vorsorge für den Krisenfall

Zur Information und zur Vorsorge für den Krisenfall stehen zahlreichen Informationen im Internet zur Verfügung

Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
Broschüre des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Vorratskalkulator
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Verbraucherzentrale NRW

Wirtschaft NRW - Jede Kilowattstunde zählt
Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW

FAQ zum Notfallplan Gas
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

Informationen der Bundesnetzagentur

Krisenmanagement Selbsthilfe

„Nicht jede Krise ist vorhersehbar, dennoch ist eine gute Vorbereitung unerlässlich. Ob Starkregen oder Sturmwarnung, ein lang anhaltender Stromausfall oder eine kalte Heizung über Tage: Bei großflächigen Schadenslagen können Rettungskräfte und organisierte Hilfe nicht überall gleichzeitig sein. Ist ein Notfall erst eingetreten, ist es für Vorsorgemaßnahmen meist zu spät. Wer vorbereitet ist, kann sich selbst, Angehörigen und Nachbarn helfen“, so schreibt der Kreis Lippe, um auf die eigens für mögliche Schadensereignisse zusammengestellten Internetinformationen hinzuwiesen. Die Themen Gasmangellage, Stromausfall, Hochwasserschutz, Warnung der Bevölkerung und Brennstoffwechsel werden behandelt. Unter https://www.kreis-lippe.de/lippeschutz/Lippeschutz/zivil-und-katastrophenschutz.php stehen für Bürgerinnen und Bürger umfangreiche Tipps zur Selbsthilfe zur Verfügung.

Darüber hinaus sind auch beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) Informationsmaterialien verfügbar. Auf der Website des BBK sind Informationen zu allen wichtigen Themen – vom Lebensmittelvorrat bis zum Notgepäck – um persönlich für den Notfall gerüstet zu sein – abrufbar. Der “Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“ gibt Hilfestellung unter anderem zu Hochwasser, Stromausfall und Hausapotheke. Sie können die Broschüre beim BBK herunterladen. Gedruckte Exemplare des Notfallratgebers sind im Lagenser Rathaus im Bürgerservice erhältlich.